Wirklich?! – Wenn Wahres und Falsches kaum zu unterscheiden sind¶
Unsere Realität ist voller Informationen und voller Täuschungen. Die Ausstellung «Wirklich?! – Fakt, Fake oder Meinung?» im Verkehrshaus der Schweiz zeigt, warum es kein Kinderspiel ist, dazwischen zu navigieren.
In Luzern konnte sich die Gruppe vom diesjährigen KSR-Rundblick am Dienstag spielerisch mit Fragen rund um Nachrichten und deren Tücken befassen. Es gibt drei Spiele. Beim ersten Spiel muss man Fake News erkennen und sich auf das Feld mit der richtigen Antwort stellen. Eine Frage lautet zum Beispiel: «Welche News sind respektlos?» Die Idee hinter der Aufgabe ist, zu lernen, wie man Fake News entdecken und erkennen kann. Hierfür wird in der Ausstellung die «REAL-Methode» mit folgenden Bestandteilen vorgestellt: R = Respekt, E = Emotion, A = Absender, L = Lösungsansätze. Fake News sind oft wenig respektvoll, rufen starke Emotionen hervor, haben wenig vertrauenswürdige Absender und sind oft einseitig, ohne konstruktive Lösungsansätze aufzuweisen.
Schülerinnen stellen sich der ersten Challenge in der Ausstellung. (Foto Gioia Ghislini)
Beim zweiten Spiel gibt es Bilder an der Wand und man muss beispielsweise die Anzahl der Tiere zählen. Man schaut jedoch einmal durch blaues und einmal durch rotes Glas. Dadurch rücken verschiedene Dinge in den Vordergrund. Bei dieser Bubble-Crash genannten Station wird gezeigt, dass man auf Social Media durch den Algorithmus immer nur eine Seite sieht oder besser gesagt nur in einer Blase lebt und das, was ausserhalb passiert, nicht wahrnimmt. Im dritten Spiel liest man einen Nachrichtentext ab und wird dabei von einer Kamera aufgenommen. Daraus resultiert eine Studioaufnahme, die Anmoderation variiert jedoch: Es gibt eine Fake-Version und eine wahre Version. Beide kann man sich ansehen. So wird ersichtlich, wie Aussagen mit dem Schnitt oder Kontext verfälscht werden können. Der Sinn dieser Ausstellung ist vor allem, Kinder und Jugendliche auf Fake News aufmerksam zu machen, sodass sie lernen, wie man solche erkennt. Als Nachbearbeitung des Ausstellungsbesuchs haben wir die Kursteilnehmenden befragt. Folgendes ist dabei herausgekommen:
Bist du in letzter Zeit auf Fake News gestossen?
«Ja, ich bin sehr oft auf Fake News gestossen, vor allem auf KI-Videos und Bilder», verrät uns Gioia (15). Bei Rika (14) sieht das jedoch etwas anders aus: «Eher weniger, auf Pinterest und YouTube sehe ich selten solche Inhalte.» Noah (12) stösst ab und zu auf KI-Inhalte, «vor allem auf YouTube Shorts», wie er uns verrät. Uns fällt auf, dass es sich meistens um KI-generierte Inhalte handelt und diese häufiger auf Plattformen mit einer Kurzvideo-Funktion erscheinen, wie z. B. Instagram (Reels) oder YouTube (Shorts). Auf Plattformen wie Pinterest erscheinen viel weniger solche Inhalte. Durch KI kann man viel einfacher, schneller und vor allem realistischer Fake News erstellen.
Wie findet man heraus, ob es sich um Fake News handelt?
Rika und Gioia weisen beide auf die «REAL-Methode» mit den dazugehörigen vier Prüfschritten hin, welche wir am ersten Tag unserer Themenwoche kennengelernt haben. Noah schaut jedoch eher auf die Quellen solcher Inhalte und vergleicht die Informationen mit vertrauenswürdigen Medienbeiträgen, wie z.B. SRF, NZZ oder dem Tages-Anzeiger.
Hast du etwas Neues gelernt bei der Ausstellung? Was hat dir am besten gefallen?
«Es hat mir Spass gemacht, jedoch war es ein wenig langweilig und nicht besonders lehrreich», meint Gioia. «Die Ausstellung war gut aufgebaut und die einzelnen Aufgaben haben Spass gemacht, jedoch wusste ich das meiste schon», sagt Rika. Noah hebt positiv hervor, dass man sich in der Ausstellung bewegt: «Mir hat die Ausstellung sehr Spass gemacht.» Für viele Gruppenmitglieder unseres Gymnasiums war die Ausstellung überwiegend eine Repetition bestehenden Wissens. Insgesamt kam aber die interaktive Art dieser Ausstellung gut bei ihnen an.
Unser Fazit ist, dass die Ausstellung innovativ gestaltet ist, da man sich während der Spiele bewegen und konzentrieren muss. Für einen Besuch der Ausstellung sollte man rund 30 Minuten einplanen, mit anschliessender Diskussion allenfalls etwas mehr. Ein Ausstellungsbesuch macht also vor allem Sinn, wenn man sowieso schon im Verkehrshaus oder in der Nähe ist. Auch für jene, die bisher noch nicht viel über Fake News wissen, aber näher an das Thema herangeführt werden wollen, ist die Ausstellung empfehlenswert.
Marie Paulus und Celina Schaller, Redaktion KS Rundblick
