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Hinter den Schlagzeilen – Ein Blick in die Welt von CH Media

Egal ob Radio, Fernsehen, Onlinemedien oder die herkömmliche Zeitung: Millionen von Menschen konsumieren tagtäglich zentrale Schweizer Medien des Konzerns CH Media. Wir durften hinter die Kulissen des Medienkonzerns blicken.

Es ist Dienstagnachmittag um 13:40 Uhr. Unsere Gruppe des KS-Rundblicks sitzt im Warteraum des CH Media-Gebäudes in Luzern. Um 13:45 Uhr holt uns eine Frau ab, die sich als Jeanine Gut – Radiomoderatorin bei Radio Pilatus – vorstellt, und bringt uns in einen Vortragssaal. Mit einer Präsentation gibt sie uns einen näheren Einblick in die verschiedenen Sender und Programme des Verlages. Dann geht es gleich schon los mit der Führung durch das Haus.

Foto1 Präsentation über CH Media. (Foto Gioia Ghislini)

Wir beginnen im ersten Stock, wo sie uns das Büro der Luzerner Zeitung zeigt. Auffällig ist, dass das Büro in verschiedene Bereiche aufgeteilt ist: Sport, Kultur, Politik und Wirtschaft. Wir erfahren, dass hier nur die regionalen Beiträge geschrieben werden und dass die nationalen Beiträge aus der Redaktion in Aarau kommen. Bis um zwei Uhr nachmittags müssen die Journalistinnen und Journalisten jeweils ihre Beiträge fertig haben, damit die Layout-Sitzung durchgeführt werden kann: Diese Besprechung wird gut vorberietet und funktioniert deshalb sehr gut. Das wichtigste sei, dass auf jeder Zeitungsseite mindestens ein grosses Bild gezeigt wird. Um sechs Uhr muss das Layout der Zeitung bereit sein. Die Zeitung wird aber noch einmal von zwei Personen geprüft und erst danach nach Aarau zum Drucken geschickt. Dies geschieht meistens erst um zehn Uhr. Da Zug geografisch am nächsten an Aarau liegt, wird die Zuger Zeitung als Letztes gedruckt. Jetzt fragt ihr euch vielleicht genau das Gleiche, was auch wir fragen: Wie werden die Zeitungen denn an die Haushalte verteilt? Dafür gibt es extra Personen, die in der Nacht durch die Zentralschweiz fahren und die Zeitungen in die Briefkästen verteilen. Jeanine Gut zeigt uns auch noch eine Druckmaschine aus dem 19. Jahrhundert, der in der Redaktion steht. Ausserdem zeigt sie uns Kopien von Zeitungen aus derselben Zeit, wobei wir nicht nur sehen, wie diese früher aufgebaut waren, sondern auch, über welche Themen geschrieben wurde wie beispielsweise die aktuellen Lebensmittelpreise.

Foto1 Druckmaschine aus dem 19. Jahrhundert. (Foto Gioia Ghislini)

Nach der Zeitungsredaktion gehen wir in das 3. OG, wo sich die Fernsehstudios und Büros von Tele 1 und Züri News befinden. Sandra Buholzer, eine Videojournalistin, erzählt uns über ihren Berufsalltag und wir lernen, dass sie auch während ihrer Freizeit die Augen und Ohren offen hat, damit sie keine neuen Geschichten verpasst. So ist sie beispielsweise sofort alarmiert, wenn sie einen Brand oder grossen Polizeieinsatz sieht.
An diesem Dienstagmorgen hat es Sandra Buholzer nach Unterschächen gezogen. Sie berichtet in ihrem Beitrag über die Staubwolke, die über dem Tal liegt und durch einen Steinschlag am «Gross Ruchen» entstanden ist. Dazu hat sie am Morgen Videomaterial mit Hilfe einer Drohne gefilmt und Interviews mit den betroffenen Bauern geführt. Sandra ist aufgeschlossen und zeigt uns ihre Videoausrüstung und Ausschnitte aus dem Videomaterial. Nach der Besichtigung des schalldichten Raums, in welchem die Tonaufnahmen gemacht werden, gehen wir weiter ins Studio der Tele-1-Nachrichten. Dort sind wir von Bildschirmen und Scheinwerfern umgeben und dürfen uns hinter das Moderationspult stellen und den Teleprompter, der das vorbereitete Skript herunterspielt, ausprobieren.

Foto1 Studio Tele 1 (Foto Gioia Ghislini)

Zuletzt dürfen wir zu Jeanine ins Radio Pilatus Studio und live zu Beginn ihrer Nachmittagssendung dabei sein. Erstaunlich ist, wie spontan sie in ihrem Job als Moderatorin sein muss, wenn zum Beispiel plötzlich neue Verkehrsmeldungen reinkommen und sie darüber berichten muss. Sie erklärt uns, dass sie auf Sendung keine Jugendsprache benutzen darf oder keine hochdeutschen Ausdrücke wie „arbeiten“, sondern nur sogenanntes „Bünzli-Schweizerdeutsch“, da auch viele ältere Menschen zuhörten. Spannend finden wir, dass Jeanine viel professioneller spricht, sobald sie live ist. Vielen von uns fällt auf, dass wir sie schon öfters bei Radio Pilatus gehört haben, aber ihre Stimmung zu Beginn der Führung nicht erkannt haben.

Foto1 Studio Radio Pilatus (Foto Gioia Ghislini)

Der Ausflug und der genaue Einblick hinter die Kulissen von CH Media war sehr interessant und lehrreich. Es war spannend zu sehen, wer tagtäglich bei einem Verlag arbeitet und dass diese Arbeit manchmal auch sehr stressig werden kann. Vor allem hat uns das Studio von Radio Pilatus sehr beeindruckt.

Marie Paulus und Celina Schaller, Redaktion KS Rundblick