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KSR oder KSZ? – Der grosse Schulvergleich

Zwei Schulen, zwei Konzepte und viele unterschiedliche Meinungen. Wir haben einzelne Schülerinnen und Schüler beider Schulen befragt und zeigen, welche Stärken und Schwächen die KSR und die KSZ haben.

Die Kantonsschule Rotkreuz (KSR) wurde im Jahr 2025 eröffnet. Sie befindet sich aktuell in der Suurstoffi 6 in Rotkreuz. Doch die KSR ist nicht einfach ein normales Gymnasium. Die KSR ist die erste und momentan einzige Schule in der Schweiz, welche mit einem ganz neuen System arbeitet. In der KSR läuft alles nach dem Phasenmodell PHOKUS ab. Bei dem Phasenmodell unterteilt sich das ganze Schuljahr in 6 x 6 Wochenphasen. Die Schülerinnen und Schüler haben zwei verschiedene Stundenpläne, welche sich alle sechs Wochen abwechseln.
Die Kantonsschule Zug (KSZ) ist schon seit vielen Jahrzehnten eine der grössten Schulen im Kanton Zug. Sie steht am Lüssiweg 24 in Zug. Die KSZ unterrichtet wie die meisten Schulen nach der verbreiteten Form: Es gibt für jede Klasse einen fixen Stundenplan mit mehreren Fächern.
Mit der neuen Schule verändert sich die Bildungslandschaft im Kanton Zug. Welche Schule hat was zu bieten? In diesem Artikel gehen wir genau dieser Frage auf den Grund. Hierfür wurden auch Meinungen von Schülerinnen und Schülern der beiden Schulen eingeholt, je fünf bei der KSZ und bei der KSR.

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Das Gebäude der KSZ am Lüssiweg 24. (Foto KS_Rundblick)

Jene, die die KSZ besuchen, reden im Grossen und Ganzen gut über ihre Schule. Ihnen gefällt vor allem, dass die Schule in der Nähe einer Stadt liegt und das Angebot fürs Mittagessen oder für Einkäufe interessant ist. Die Mensa ist auch beliebt unter den Schülern und Schülerinnen, da sie dort in der Pause etwas kaufen oder auch das Mittagessen einnehmen können, falls sie mal keine Lust haben, in die Stadt zu gehen. Am wichtigsten ist es den Schülern und Schülerinnen, dass sie in der Pause einen Ort haben, wo sie sich von der Schule erholen können. Doch neben dem positiven Feedback gibt es auch einige negative Aspekte.
„Mit den meisten Lehrpersonen verstehe ich mich eigentlich gut, dennoch gibt es einige, welche sich nach einem Jahr immer noch nicht meinen Namen merken können“, meint Elina aus dem zweiten Schuljahr. Befragte der KSZ wünschen sich mehr Absprachen zwischen den Lehrpersonen. Die Regel mit maximal drei Prüfungen pro Woche werde nicht immer eingehalten. Die Jugendlichen wollen, dass ihre Lehrpersonen diese Regel respektieren und dass sie ihre Prüfungstermine im Kollegium besprechen, damit stressige Situationen verhindert werden können.
Die vielen Prüfungen kommen davon, dass sich in der KSZ viele verschiedene Fächer am Tag abwechseln. Dies kommt jedoch auch positiv bei den Schülern und Schülerinnen an. Denn die Abwechslung tut manchen gut und diese können sich dann auch besser konzentrieren, da man nicht zu lange an etwas dranbleiben muss.
Mitentscheiden an der Schule ist aber gemäss der Umfrage weniger ein Thema. Die Jugendlichen der KSZ finden, sie können nicht wirklich mitreden, wenn es um die Gestaltung der Schule und des Unterrichts geht. In der Schule läuft es so ab, dass sie zum Bedauern der Befragten selten etwas als gesamte Schule gemeinsam unternehmen. Wenn dies vorkommt, bleiben die meisten Jugendlichen einfach innerhalb der Klasse und machen wenig mit anderen Schülern und Schülerinnen von anderen Klassen.
An der Kantonsschule Zug haben wir auch gefragt, ob die Jugendlichen etwas von der KSR mitbekommen. Leider ist dort die Rückmeldung eher negativ geprägt: Entweder weiss man wenig oder man hat ein negatives Bild. Die meisten sind froh, dass sie an die KSZ gehen und nicht an die KSR, da sie den Phasenunterricht stark hinterfragen und nicht nur Gutes hören: „Ich kenne einige Leute aus der KSR und von denen erfahre ich mehrheitlich Negatives“, meint ein Schüler der KSZ aus der zweiten Klasse.

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Das Gebäude der KSR von aussen (Foto KS_Rundblick)

In Rotkreuz herrscht ein anderes Bild vor: Den KSR-Schülern und Schülerinnen gefällt, dass der Schulweg sehr kurz ist und sie dadurch länger schlafen können und sich besser erholen. Manche mögen es, dass man wegen der noch überschaubaren Grösse immer wieder dieselben Leute im Gang sieht, anderen gefällt dies eben gerade nicht. Wer zuvor an der KSZ war, mochte zuweilen auch die Anonymität, die mit einer grossen Schule einhergeht. Der Phasenunterricht wird kontrovers wahrgenommen. Samantha äussert sich folgendermassen: „Mir persönlich gefällt das ganze Schulsystem nicht so. Ich fühle mich, als würde ich in eine Primarschule gehen.“ Einige sind strikt dagegen, andere befürworten das PHOKUS-Modell. Jedoch finden viele, dass es bei der Umsetzung noch Potential gibt. So kann man sich richtig in Themen vertiefen. Bei Fächern, die man weniger mag, ist die Konzentration aber ein Problem, da man oft viele Lektionen am Stück hat. Einige Befragte, die beide Schulen besuchten, verspürten in Zug mehr Freiraum. Sofern man an Projekten arbeitete, hatte man sehr viele Möglichkeiten und durfte sehr kreativ sein. Zudem werden gewisse Lehrpersonen und ihre Unterrichtsmethoden vermisst.
Anders als in der KSZ verbringt man an der KSR mehr Zeit mit Leuten aus anderen Klassen. Viele Ereignisse wie z.B. der Profilnachmittag oder das Plenum am Dienstagnachmittag werden mit der ganzen Schule erlebt. Dies stärkt das Gemeinschaftsgefühl und dadurch kann man neue Freundschaften schliessen.

Dieser Artikel hatte zum Ziel, den Charakter der Schulen aus Schülerperspektive wiederzugeben. Welche Schule besser geeignet ist, hängt vor allem von den persönlichen Bedürfnissen und Lerngewohnheiten der Schülerinnen und Schüler ab. Die KSZ eignet sich besonders für Schülerinnen und Schüler, die mit einer grossen Schule einhergehende Freiheiten geniessen, Abwechslung bezüglich der Fächer schätzen und die Nähe zur Stadt suchen. Die KSR hingegen passt eher zu Schülerinnen und Schülern, die klare Strukturen, einen kurzen Schulweg und ein starkes Gemeinschaftsgefühl bevorzugen. Genannt werden hier nur einzelne Punkte, es gäbe wohl noch viele mehr. Beide Schulen bieten unterschiedliche Vorteile und sprechen deshalb verschiedene Schülertypen an.

Pia Stričan, Lynn Peter, Nina Frei und Sienna Bütler, Redaktion KS Rundblick